Zußdorfer Biohof
Der Zußdorfer Biohof wird von mehreren Partnern betrieben: die Familien Gebhardt und Hagen bewirtschaften den Hof, die dem Hofladen angeschlossene Holzofenbäckerei wird von Werner Sommerer geführt.
Im Stall des Biohofes leben 65 Milchkühe mit ihren Kälbern, 18 Muttersauen und 10 Mastschweine.
Auf den Feldern wachsen Getreide, Gemüse und Kartoffeln.
Betriebsspiegel
Die Zußdorfer Biohof GbR, eine Betriebsgemeinschaft der Familien Gebhardt und Hagen, liegt im sanfthügeligen oberschwäbischen Alpenvorland (Baden-Würtemberg) in Zußdorf (Gemeinde Wilhelmsdorf, Landkries Ravensburg).
Die Betriebsgemeinschaft ist Verbandsmitglied bei Bioland, Deutschlands größtem Verband für organisch-biologische Wirtschaftsweise, wobei der Betriebsteil Gebhardt 1991 umgestellt hat und seit 1993 anerkannter Biobetrieb ist.
Die insgesamt 100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche verteilen sich auf 20 ha Wald (dominierend im Bestand: Fichte, vereinzelt Buche, Esche, Tanne, Ahorn), 44 ha Dauergrünland, und 36 ha Acker. Auf durchschnittlich einem Hektar wird Feldgemüse kultiviert, Karotten, verschieden Sorten Salat, Rote Beete, Rotkraut, Weißkraut, Spitzkraut, Wirsing Grünkohl, Blumenkohl, Broccoli, Knollensellerie, Lauch, Zuckermais, Fenchel, Kohlrabi, Mangold und Speisekürbisse. Von den Grünlandflächen werden ca. 6 ha als Streuobstwiesen bewirtschaftet. Bei den Böden dieser durch Gletscheraufschüttung entstandenen Moränenlandschaft handelt es sich hauptsächlich um Braunerden mit 40-60 Bodenpunkten, teilweise finden sich auch Böden mit moorigem Charakter (bis auf Naturschutzflächen jedoch alle entwässert). Die durchschnittliche Bodenart ist sandiger Lehm, zum Teil gibt es auch Schläge mit schwereren Bodenarten.
Zielfruchtfolge: Kleegras – Kleegras – Kartoffeln/Feldgemüse – Winterweizen/Sommerweizen – Hafer-Erbsen-Gemenge – Roggen/Tritikale – Ackerbohne – Dinkel/Weizen – Kleegras
Tierbestand:
- 65 Milchkühe (im Boxenlaufstall) Rasse: Fleckvieh
- 70 Stück Jungvieh
- 18 Muttersauen (Boxenhaltung) Rasse: Deutsches Landschwein
- 10 Mastschweine, Kreuzung Deutsches Landschwein x Pietrain
- 1 Eber Rasse: Pietrain
Arbeitskräfte: durchschnittlich 4,5
Maschinenausstattung:
6 Traktoren, ein 4-Schar-Volldrehpflug, ein Zinkenrotor mit Vorgrubber, eine Kultiegge, eine Kreiselegge, eine Saatkombination, eine schwere Ackeregge, ein Striegel, verschiedene Hackgeräte, eine Drillsämaschiene, ein Miststreuer, ein Pump-Güllefass (6700 l), ein Ladewagen, ein Scheibenmähwerk, versch. Anhänger und Kipper, ein Mähdrescher, ein Kreiselheuer, zwei Kreiselschwader, ein Siloblockschneider, ein Radlader
Vermarktung:
Für die drei wichtigsten Produkte bzw. Produktsparten des Betriebes, Feldgemüse und Kartoffeln, Milch und Backgetreide (Weizen, Roggen, Dinkel), gibt es drei Hauptabsatzwege und daneben noch einige weniger bedeutende Nebenabsatzmöglichkeiten. Eine gewisse Rolle spielt auch die Produktion von Apfelsaft und der Verkauf von Press- und Tafelobst aus dem Streuobstbau, sowie die Vermarktung von Kälbern, ausscheidenden Kühen, Ferkeln und Schweinen bzw deren Wurst und Fleisch.
- Feldgemüse und Kartoffeln
Das zentrale Vermarktungsinstrument aus ca. 1 Hektar Kartoffelanbau und 1 Hektar Feldgemüseanbau stellt der Hof- und Naturkostladen der Familie Gebhardt dar. Als Eigentümer kauft die Familie Gebhardt die Erzeunise von der Betriebsgemeinschaft und verkauft sie dann weiter. Somit gibt es für die Betriebsgemeinschaft keine Absatzschwierigkeiten bzw. Der Hofladen kann über die Anbauplanung der Betriebsgemeinschaft dirakt auf die Nachfrage der Kunden reagieren.
Weitere Absatzwege für Gemüse und Kartoffeln: Die Kooperation mit einer Biolandgärtnerei im Nachbarort. Von dieser werden für den Feldgemüsebau ungeeignete bzw. Schwierig zu kultivierende Gemüsesorten geliefert. Im Gegenzug werden im Gemüseladen der Gärtnerei Produkte der Zußdorfer Biohof GbR verkauft. Die Versorgung zweier regionaler Gastronomiebetrieb mit bestimmten Gemüsearten sowie Kartoffeln.
- Milch:
Die Hauptmenge der Milch wird von den „Milchwerken Berpracht“ in Tettnang abgeholt. Zudem besteht für Kunden die Möglichkeit die Milch direkt ab Stall zu kaufen.
- Backgetreide (Weizen, Dinkel, Roggen):
Auch bei der Vermarktung des Getreides hat man sich auf dem Betrieb etwas besonderes einfallen lassen. Direkt angeschlossen an den Hofladen ist eine kleine Holzofenbäckerei, rechtlich gesehen, ein von der Betriebsgemeinschaft und vom Hofladen unabhängiger Gewerbebetrieb. Zu den Hofladenöffnungszeiten (Freitag und Samstag),werden hier verschiedene Brotsorten und Zöpfe gebacken. Der hier arbeitende Bäcker kauft von der Betriebsgemeinschaft das gesamte backfähige Getreide (das dafür ungeeignete Getreide verbleibt als Futtergetreide auf dem Betrieb) und verkauft im nächsten Schritt die gesamte Menge seiner Backwaren an den Hofladen.
Vermarktung von Fleisch, Jungtieren und ausscheidenden Kühen:
Soweit Nachfrage besteht, werden das Fleisch bzw. die Erzeugnisse daraus (Schlachtung und Weiterverarbeitung erfolgen durch einen biozertifizierten Metzger der Umgebung), im Hofladen oder auf Bestellung verkauft. Was diesen Bedarf übersteigt wird an einen Viehhändler im Nachbarort verkauft. Die Anzahl der gehaltenen Mastschweine richtet sich nach den Absatzmöglichkeiten über den Hofladen, die übrigen Ferkel werden an einen Biobetrieb mit Spezialisierung auf Schweinemast verkauft.
Obst:
Das von den ca. 4 ha Streuobstwiesen stammende Obst wird zum größten Teil als Pressobst verkauft, sowie zur Herstellung des eigenen Apfelsaftes verwendet, welcher ebenfalls im Hofladen angeboten wird. Vor allem Birnen werden eingemaischt und in der eigenen Brennerei zu Schnaps gebrannt, welcher zum Teil im Hofladen oder als Industriealkohol vermarktet wird. Den geringsten Teil des Obstes stellt das Tafelobst dar, es wird im Hofladen angeboten und auch an die schon erwähnte Bioland-Gärtnerei verkauft.
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